Ich hab mich gerade von Quas Posting inspirieren lassen und will mal eben meine Erfahrung beisteuern.

Vor einiger Zeit, ich vermute es ist so 3 Jahre her, hatte ich mir gerade ein hübsches altes Röhrenradio gebraucht geschossen und wollte mich mal an der Instandsetzung alter Elektronik versuchen.

Das gute Stück ist ein Graetz Comedia 4R 216 von 1955/56 und war relativ verstaubt aber ansonsten unversehrt.

Nachdem ich mir ein paar Infos besorgt hatte, worauf zu achten ist, hab ich die Innereien erstmal gereinigt und danach sämtliche Papierkondensatoren durch Folienkondensatoren ersetzt. Also alles in allem ziemlich viel Löt-Gefrickel, aber auch für den ungeübten Bastler relativ gut zu machen und so sah das hinterher aus:

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Da ich aber durchaus auch ein Interesse hatte meine Musik über diverse Geräte auf dem Radio abzuspielen, habe ich dann Stufe 2 gezündet und einen Raspberry Pi verbaut. Da der Sound über den analogen Ausgang des Pi eher mau daherkommt, habe ich noch ne USB-Soundkarte ergänzt und das ganze dann über den Tonabnehmereingang, den das Radio hat, laufen lassen. So kann man auch schön mit dem Schalter zwischen klassischem Radioempfang und Airplay wechseln. In der Küche liegt leider kein Ethernetkabel, weshalb zusätzlich auch noch ein USB-Wlan-Dongle dran musste.

Die Stromversorgung habe ich hinter dem Einschalter des Radios abgezapft und über ein Steckernetzteil realisiert. Da dann noch ein Gehäuse drum (im Bild unten links), den Pi an der Seitenwand befestigt und fertig war der GraetzComediaPi, zumindest Hardwareseitig.

An dieser Stelle der übliche Sicherheitshinweis: Holt euch bei der Netzspannung/Stromversorgung immer Rat von einem Elektro-Fachmann beziehungsweise lasst es von ihm machen, ich habe zum Glück einen in der Familie.

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Ich kann mich erinnern, dass es gerade am Anfang softwareseitig relativ schwierig war das Ganze zum Laufen zu bringen, da es besonders mit der Unterstützung für USB-Sound und -WLAN ein echter Krampf war.

Den ersten Schuss hab ich damals mit Raspbian gemacht, bin aber dann relativ schnell zu Raspmbc gewechselt. Nach einiger Zeit hat mich dann der holyolli drauf aufmerksam gemacht, dass sich bei den Distris wieder einiges getan hat und ich habe es nochmal mit dem Raspmbc Nachfolger OSMC versucht.

Das wiederum war extrem cool, da es einen Installer gab um die SD-Karte vorzubereiten, bei dem man auch direkt das WLAN einrichten konnte. Darüber hinaus war die Treiberversorgung für die Hardware mittlerweile viel besser, sodass alles out-of-the-box funktionierte. Leider ging kurze Zeit danach, ich glaube beim Release von iOS 9 die Airplay-Kompatibilität flöten, allerdings läuft das Musik-Streaming via DSAudio App auf dem iPhone/iPad über die AudioStation von Synology nach wie vor einwandfrei.

Nach Quas Beitrag zu den Audio-Distris werde ich mich jetzt mal an moodeaudio versuchen und mein Ergebnis hier posten.